Tomorrow’s law firm: You might not like what you find

Bruce McEwen, in den USA geliebter Blogger, der sich damit in die Kanzleiberaterszene hineingeschrieben hat, hat immer schon extreme Thesen vertreten. Was sich gut liest, hat allerdings nicht immer mit der Realität zu tun. Thought-provoking nennt man so einen Stil, bis man irgendwann entweder die Mehrheitsmeinung geformt hat, oder nicht mehr ernst genommen wird. Nach seinem Buch „Growth ist dead“ (ziemlich treffend), „Taxonomie“ (kalter Kaffee) kommt nun die These, dass Partnerschaftsmodell sei überlebt. In seinem Artikel: Tomorrow’s law firm (http://www.thelawyer.com/analysis/the-lawyer-business-leadership/business-leadership-news/tomorrows-law-firm-you-might-not-like-what-you-find/3037744.article?cmpid=tlmgt_1406440) hat er einen Teaser losgelassen. Ziel ist es wohl eher, Teilnehmer für die Konferenz in London zu motivieren. Denn die These ist genauso krude wie falsch: wenn man heute eine Kanzlei gründen würde, würde man es nicht mehr als Partnerschaft tun, meint er. Es sieht so aus, als würde der liebe Kollege, der unter „Allan Smith, esq.“ ein herrliches Englisch von sich gibt, ein Opfer seines Geschäftsmodelles. Da ihn keiner erst nimmt als Berater, versucht er es mit steilen Thesen in Blogs und Vorträgen. So wie Richard Suskind mit Provokation anfangs die Leute aufweckte, dann aber irgendwann auf der von ihm selbst definierten Zeitschiene mangels Eintritt seiner Vorhersagen immer weniger ernst genommen wurde, geht es jetzt wohl auch Bruce. Schade, eigentlich.

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