Tag Archives: Kanzleimanagement

Zeithonorarabrechnung, aber (juristisch) richtig

21-Apr-15
Die Zeithonorarabrechnung setzt richtige Zeiterfassung voraus. Als Regel gilt, dass die Anwaltskanzlei als Wirtschaftsunternehmung Zeit x Kompetenz x h-Satz/€ verkauft; je höher die Kompetenz, umso höher der Stundensatz, und je mehr Stunden, umso höher der Umsatz. In der Automobilindustrie ist man hier schon weiter, man verkauft „Arbeitseinheiten“, und ist dadurch de facto wieder zum Pauschalpreissystem zurückgekehrt und kann durch Prozessoptimierungen Umsätze erhöhen. Anwälte sind noch nicht auf diese Idee gekommen (resp. haben das falsche Preissystem), in dem sie nur „tatsächlich notwendige“ Aufwände verrechnen dürfen. Und so streitet man sich natürlich gerne einmal darüber, was denn wohl ein angemessener Zeiteinsatz ist. Das betrifft, schon den Beginn der Mandatsarbeit, und der Kollege Ritter aus Berlin hat einmal zusammen getragen, was das denn wohl für das Durchlesen der von Mandanten übergebenen Unterlagen (Beispiel: 50 Seiten) bedeuten würde. Einserseits eine respektvolle Leistung, die Rechtssicherheit stiftet. Andererseits: Die richtige Zeiterfassung ist in Kanzleien oftmals weder dem Umfange nach, noch auch der inhaltlichen Beschreibung nach ausreichend. Die rechtlich richtige Bezeichnung im Einzelfall korrrekt einzugeben dürfte extrem schwer sein. Da hilft nur: gute Leistung erbringen, die der Mandant nicht in Zweifel zieht, und im Zweifel nicht streiten, sondern sich vergleichen. Bis die Anwaltschaft als Ganzes darauf kommt, […]

Umgang mit Generation Y in Anwaltssozietäten

13-Feb-15
Viele Partner aus der Babyboomer-Generation von Sozietäten fragen sich, wie sie mit der neuen Generation umgehen sollen, die ihre Zeit anders einteilen und priorisieren als sie es selber tun würden und getan haben. Sie wollen, dass diese sich ändern und ihrem Schema anpassen. Sie übersehen dabei, dass es sich um einen generationellen Wertekonflikt handelt, der nicht einfach mit Anweisungen oder Incentives überwunden werden kann. Vielmehr muss sich die derzeitige Partnergeneration anders verhalten, wenn sie Erfolg haben will. Dazu gehört: 1. Anerkennen, dass die Prioritäten der jungen Leute andere sind 2. Entscheiden, ob sie damit umgehen wollen, und was es für die Kanzlei bedeutet 3. Ein Projektmanagement einführen, welches es erlaubt, die Projekte so abzuwickeln, dass die Mandanten damit umgehen können. Dazu gehört insb. eine ordentliche Planung des Mandates, eine Kapazitätslogik, eine Beobachtung der Wirtschaftlichkeit, und auch eine Steuerung der Mandantenerwartungen. Dies ist eine neue Herausfordeurng für ein gutes Kanzleimanagement. Kanzleien, die diesen Lernprozess hinter sich haben, und sowohl Generation Y als auch Frauen mit Teilzeitangeboten halten können, haben im Markt Chancen. Allerdings; es geht nicht, ohne dass sich die Partner der BabyBoomer-Generation selber etwas ändern.

Warum gibt es weniger Frauen in Partnerschaften?

17-Mrz-13
In einem Artikel des Handelsblattes (siehe unter Aktuell auf unserer Homepage) fragte der Journalist Herr Holst, woran es liegt, dass es nach wie vor weniger Frauen in die Partnerschaft schaffen, wurde Christoph H. Vaagt befragt. Seine Antwort, es sei eine „kulturelle Systemeigenschaft“ von Partnerschaften, bei der Frauen die Konkurrenz um die Partnerschaft nicht im gleichen Masse mitspielen bereit sind. Dies ist eine echte Herausforderung für das Kanzleimanagement, berührt es doch die kulturelle Identität von Partnerschaften. Warum das so ist, zeigt zum Beispiel ein Vortrag von Prof. Dr. Heidi Möller.

Der Tiefe Fall einer Kanzlei – Dewey

28-Aug-12
Gerade ist mit Dewey & LeBoeuf eine große, renommierte Kanzlei mit 1700 Anwälten zusammengebrochen. Auch der deutsche Standort ist davon betroffen. Viele Beobachter inner- und außerhalb der Branche fragen sich, wie es zur Insolvenz einer solchen Sozietät kommen konnte.

Zeit für Heroen? Von der Unmöglichkeit von „Chinese Walls“ in Kanzleien

12-Jul-12
Chinese Walls ist eine Erfindung von Kanzleien, die aus Gründen des Umsatzes auch widerstreitende Interessen vertreten möchten.  Aber funktioniert das eigentlich?

Falsche Adhoc-Meldungen?

12-Jul-12
Nun ist wieder die Zeit gekommen, in der Juve die Umsatzzahlen von Kanzleien für das Jahr 2011 bekannt gibt. Aber was sagen sie eigentlich aus?

Der Frust der Kanzleimanager

09-Jul-12
Kanzleien sind als Organisationen von hoher „Resilienz“, also recht krisenresistent, nicht zuletzt dank der Tatsache, dass sie viele unternehmerische Partner haben, die sich wechselnden Umständen anpassen können. Sind sie aber auch veränderungsbereit? Hört man denjenigen zu, die sich mit Kanzleimanagement befassen, so wird deutlich, dass diese daran manchmal zweifeln. Oder anders: Sie erwarten, dass sich die Partner ihren Einsichten für das richtige Management anschließen. Sie versuchen Veränderungen über strukturelle, organisatorische oder administrative Prozesse, etwa regelmäßiges Reporting oder Feedbackgespräche, herzustellen…nur um festzustellen, wie schnell sich diese Instrumente abnutzen. So kommt es schnell zu Frust…

Benchmarking, leicht gemacht

26-Okt-11
Auf der Juve-Homepage sind nunmehr Zeitreihen für wichtige Benchmark-Informationen abgebildet. Insbesondere die Ruprik Umsatz pro Berufsträger sind eine relevante Größe.

Kanzleien im Wettbewerb

24-Mai-11
Rechtsanwälte haben ihre Mandanten. Sie arbeiten hochspezialisiert in einem Rechtsgebiet, und spüren die direkte Konkurrenz nur selten, etwa wenn um Preise gefeilscht wird, oder wenn der Mandant auf einmal von einer anderen Kanzlei betreut wird und Rückrufwünsche nicht mehr beantwortet werden. Sie schieben es dann gerne auf „den Wettbewerb“. Doch woher kommt der, was bedeutet er und wie kann ein Partner darauf Einfluss nehmen?