Heute in der Sesamstrasse : Steuerungsgrößen (KPIs) für Kanzleien – der Buchstabe „R“ wie Realisation (von Thorsten Zulauf)

Haben Sie sich je gefragt, warum Buchstaben in der Sesamstrasse sich einer so großen Beliebtheit erfreuen? In dieser Serie befasse ich mich mit verschiedenen Steuerungsgrößen, den sogenannten (auf englisch) „R.U.L.E.S.“, jeder Buchstabe steht hier für eine Steuerungsgröße.
Heute will ich mich auf den Buchstaben „R“ konzentrieren, „R“ steht für die Realisation. Realisierung im Großen und Ganzen umfasst die Fähigkeit einer Anwaltskanzlei die geleistete Rechtsberatung zu 100% und mehr der vereinbarten Raten abzurechnen.
Diese Situation soll der Standardfall sein, weil Sie im Vorfeld der Beratung die gültigen Konditionen mit dem Kunden vereinbart haben. Wenn Sie also regelmäßig feststellen, dass Sie von den Standardstundensätzen zu Gunsten reduzierter Stundensätze (oder sonstigen Preismodellen) abweichen, sollte die Beziehung mit Ihrem Mandanten dahingehend analysiert werden, ob diese noch auf einem gegenseitigen Verständnis für die Rechtsberatung und der Kompensation für diese Dienste beruht.
Kanzleien, die in der Lage sind, den vom Mandanten wahrgenommenen Wert ihrer Dienstleistungen zu kommunizieren, sind in einer guten Ausgangsposition, die Vergütung positiv zu beeinflussen. Dies wird am besten durch eine aktive Mandatskommunikation unterstützt, die den Mandanten regelmäßig über Entwicklungen im Mandat auf dem Laufenden – seien es Höhen oder Tiefen – und wie die Kanzlei mit diesen Entwicklungen umgeht.
Zusammenfassend : Je besser Sie den Wertbeitrag Ihrer Beratung Ihrem Mandanten aufzeigen, je besser Sie mit Ihrem Mandanten in der Kommunikation sind, desto geringer sind die Risiken für eine Reduktion Ihrer Vergütung, gleichzeitig bieten sich Möglichkeiten – über den vom Mandanten wahrgenommenen Mehrwert – die Vergütung zu erhöhen.
In der nächsten Folge stelle ich den Buchstaben „U“ – die Utilization (oder auf Deutsch die Auslastung) vor.

Zurück