ESUG: Insolvenzverwalter stehen vor einer neuen Herausforderung

Die unter „ESUG“ bekannt gewordene Gesetzgebung bedeutet erhebliche Veränderungen für die Insolvenzverwalter. Die neue Regelung sieht vor, dass eine Regelinsolvenz zu vermeiden und die Unternehmen frühzeitig durch verschiedene Verfahren vor dem Zusammenbruch zu bewahren sind. Das bedeutet, diese neuen Herausforderungen in das Geschäftsmodell des Insolvenzverwalters zu integrieren.

Dabei zeigt sich, dass es erhebliche Unterschiede im Vorgehen gibt.

So hat zum einen die Insolvenzverwaltung in der Regel einen viel höheren Deckungsbeitrag, zumindest dann, wenn man eine regionale Bedeutung gewonnen hat und auch Insolvenzen übertragen bekam, die eine austrägliche freie Masse hergaben. Beratung hat demgegenüber viel weniger Deckungsbeitrag, da die Anforderungen an die Berater höher und damit die Gehaltsstruktur eine andere ist.

Zugleich ist davon auszugehen, dass der Rollenwechsel nicht von jedem Insolvenzverwalter gemacht werden kann. Vielmehr stellen beide Rollen unterschiedliche Persönlichkeitstypen voraus. Mehr noch; nur durch das Zusammenwirken mehrerer, insb. Restrukturierungsanwälte und Insolvenzverwalter, ohne eine vorherige Bevorzugung des einen oder des anderen, sind sinnvolle Lösungen für die Mandanten, und in der Folge auch für die Kanzlei, möglich. Gerade in den Insolvenzverwalter geprägten deutschen Kanzleien unterhalb der Großkanzleien kann dies eine kulturelle Hürde darstellen.

Die Umsetzung setzt eine hohe Kompetenz der Beteiligten an Zusammenarbeitsfähigkeit voraus, ebenso wie die Systeme gut darauf ausgelegt sein müssen. Insbesondere dem Gewinnverteilungssystem kommt hierbei eine wichtige Rolle zu. Dieses muss die Spannungen auffangen können und dabei die Anreize geben, dass sich alle Beteiligten konform verhalten.

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