geschrieben am 20.07 2010
In einem exzellenten Artikel in „Brand eins“ (Heft Nr. 6/2010) wird Niels Pfläging zitiert. Dieser hat als Controller die Erfahrung gemacht, die jeder mit Budget, Zielen und Plänen macht: 1. Sie stimmen vorher und hinterher nicht. 2. Pläne führen zu Plangläubigkeit – die Realität dagegen wird darüber gerne vergessen; 3. Unternehmerisches Handeln auf kleinster Ebene wird unterdrückt, wenn es nicht dem „Plan“ entspricht.
geschrieben am 21.05 2010
Ethics in Big Law
Die Ethic Debatte ist in den
großen Kanzleien New Yorks angekommen
In ihrem Artikel Truth,
Justice and the BigLaw Way haben die Autoren Ben W. Heineman Jr. und William F.
Lee im The American Lawyer (veröffentlicht auf der
Website von The New York Lawyer http://www.nylj.com/nylawyer/news/10/05/052010a.html?hbxlogin=1)
ein paar deutliche Worte gefunden für die großen Anwaltskanzleien, die sich in
den letzten Jahren zu reinen Instrumenten der Profiterhöhung gewandelt haben
schienen. Sie adressieren alle Themen, die in diesen Großkanzleien relevant
sind und die die Veränderung weg von Ethik, hin zu Profit unterstützt haben.
Dabei geht es derzeit darum, dass die Profession der Anwälte (die ja ein
selbstverwalteter Beruf – noch - ist)
Grenzen für Entwicklungen setzt, die eingetreten sind und vor der wir seit einiger
Zeit gewarnt haben (siehe Anwaltsblatt, dieser Blog).
Die
Lektionen kommen hoffentlich nicht zu spät, den schon finden einige Anwälte wie
Investmentbanker (die ja auch mal ein Vertrauensberuf waren) zu denken und nur
noch den Kontostand und persönlichen Vermögensplan als Leitlinie des Handelns sahen.
geschrieben am 10.05 2010
Eine große Deutsche Anwaltskanzlei wollte die Frage, was „exzellente“ Beratung ist, einmal im Kreise ihrer über 100 Anwälte diskutieren. Unmöglich?
geschrieben am 29.03 2010
Einige Kanzleien haben angekündigt, dass sie ihre Anwälte in den wichtigsten Themen der Betriebswirtschaft ausbilden lassen wollen (siehe Juve: Hengeler Akademie, Freshfields…). Dieses wird nicht nur zunehmend von ihren Ansprechpartnern in Unternehmen erwartet (Umgang mit betriebswirtschaftlich gesprägten Bedeutungsinhalten der Worte, Verständnis für Sachzwänge, Sprache, …) sondern ist auch ein relevanter Differenziator im Wettbewerb sowie ein Bindungsinstrument für Associates. Aber: „there is no free lunch“.
geschrieben am 15.03 2010
Immer neue Formen der Akquisitionsmöglichkeiten werden angeboten. Die Internationalisierung macht dies möglich und nötig, so scheint es.
geschrieben am 05.03 2010
Wenn man die letzten 15 Jahre im deutschen Anwaltsmarkt an sich vorüber ziehen lässt, fällt auf, wie sehr die Deregulierung diesen Markt verändert hat. Am meisten hat man vom Marketing gehört – so als hätte es vorher keines gegeben. Aber das ist natürlich falsch: Der Beruf des Anwaltes war und ist immer einer von Menschen für Menschen.
geschrieben am 30.10 2009
Nun ist es in der FAZ angekommen: Partnerschaften sind in der Krise erfolgreicher.
Auch die Publizistik nimmt es wahr: Partnerschaften zeigen sich nicht etwa unterlegen, sondern haben spezifische Vorteile.
geschrieben am 14.09 2009
Des Kaisers neue Kleider
Die Krise offenbart es: Partner in einer Großkanzlei können - nicht anders als andere Arbeitnehmer - gekündigt werden. Ihr „Partnerstatus“, für den sie meist hart arbeiten mussten, ist nichts mehr Wert. Das künstliche „unsichtbare Gewand“ der anwaltlichen Unabhängigkeit, in dem sie sich innerhalb der Kanzleien und nach außen hin zu zeigen meinen – nichts als Schein. Wie einst der Kaiser, der meint, er habe ein besonderes Gewand an und der in Wirklichkeit in Unterwäsche durch die Stadt läuft.
geschrieben am 14.09 2009
Viel wurde über Versuche, von der billable hour Kultur weg zu kommen, geschrieben. Zuletzt, am beeindruckendsten, zwei Senior-Juristen, einer aus der Anwaltschaft, einer aus dem Unternehmen. (http://www.law.com/jsp/article.jsp?id=1202433261281&hbxlogin=1).
Zugleich sind in vielen Kanzleien die Systeme, das Denken und damit die Kultur so stark auf billable hours abgestellt, vom Auslastungsmonitoring über Boni, von den langjährigen Honorarvereinbarungen, die (glücklicherweise) nicht mehr zu diskutieren waren und daher ein dauerndes Mandatsverhältnis ermöglicht hatten, bis hin zu der eigenen Arbeitsorganisation.
geschrieben am 11.09 2009
Interessant ist zu beobachten, dass es eine Reihe von Banken gab, die von der Finanzkrise so gut wie überhaupt nicht betroffen waren: die Privatbanken. Diejenigen, deren Bankvorstände noch persönlich für die Geschäfte der Bank haften. Denn dort wird noch verantwortlich und mit Verstand gehandelt: Geschäfte, die undurchsichtig sind, die hohes Risiko bei hoher Rendite versprechen, werden vermieden. Verluste haben vor allem die Banken gemacht, deren Management typischerweise kein Verlust treffen kann, deren Manager hins. ihres Gehaltes und ihrer Haftung weitgehend abgesichert sind, und deren Eigentümerstruktur entweder die öffentliche Hand oder ein sehr breiter Aktionärskreis ist: IKB, Hypo Real Estate, Landesbanken, … .